Architektur braucht kein Mensch. Aber Mensch braucht Architektur.

Architektur entsteht aus dem Zusammenspiel von vernetzten, komplexen Spezialgebieten. Eine Person kann nie alle Facetten eines Projektes abbilden. Darum sind wir ein interdisziplinäres Team, das sowohl in der Gestaltung wie auch im Management zu Hause ist.

Hafenpark Mannheim

2012 – Umbau einer ehemaligen Lagerhalle im Mannheimer Industriehafen in eine Büroloft für bis zu 70 Mitarbeiter.

Das Schwerste kommt zum Schluß – Seit 2006 wird die älteste Bettfedernfabrik Deutschlands, ein Gründerzeitgebäude am Mannheimer Industriehafen, umgebaut und saniert. Das gesamte Gebäude erhielt, innerhalb der historischen Substanz, mit massivem Backsteinmauerwerk und Gußeisernen Trägern, nach und nach hochwertige Flächen, in denen sich eine Vielzahl von Firmen angesiedelt haben. Kreativwirtschaft, Gastronomie, Eventflächen und einer Strandbar direkt am Hafenbecken machen daraus den „Hafenpark“,  ein Impulsgeber für das gesamte Industriehafengebiet. Nachdem die historischen Flächen umgenutzt waren, blieb eine große Herausforderung: Die 17 Meter hohe und 40 Meter lange, dreigeschossige Betonhalle, ein Anbau aus den 1960er Jahren der als einziges noch im Originalzustand war.

Die Eigentümer beauftragten tafkal* mit Entwurf, Planung und Bauleitung des Umbaus. Gestalterisches Ziel war es, die Qualitäten der Röhre herauszuarbeiten, den richtigen Umgang mit der historischen Substanz zu finden, und eine effizient nutzbare Bürofläche im 2.Obergeschoss zu schaffen. In den weitere Geschossen sollten zusätzliche Miet- und Lagerflächen entstehen.

Der realisierte Entwurf besteht innerhalb der historischen Substanz aus einer Eingangshalle mit Empfang, der ein großzügiger Besprechungsraum gegenüberliegt. Durch zwei wieder freigelegte Rundbogentore gelangt man in das Loftbüro mit Galerie, ein großzügiger Raum, der für bis zu 70 Arbeitsplätze ausgelegt ist. Die Segmentierung findet ihren Ursprung im Entwurf, anstatt in der Möblierung. Die dazugehöriger Neben- und Sozialräume wurden unterhalb der Galerie angeordnet.

Die Eingriffe in die Substanz der Röhre sind wenige, aber wirkungsvolle. Es wurde größer Wert auf den Industriellen Charakter des Komplexes gelegt. Die dem Altbau zugewandte Mauer erwies sich als einfachstes Blendmauerwerk. Durch behutsames Abtragen konnte die alte dahinter liegende Aussenfassade der Bettfedernfabrik freigelegt und restauriert werden. An den Kurzseiten wurden die Fassaden vollständig geöffnet um ein Maximum an Tageslichtnutzung auch in tiefer liegenden Bereichen zu ermöglichen. Zusätzlich verstärkt die Verglasung den Eindruck des langen Raumes und gewährt einmalige Blicke auf die alte Industrielandschaft und das Hafenbecken.

Auf der der Backsteinwand gegenüberliegenden Seite wurde auf einer filigranen Stahlkonstruktion eine beinah schwerelos schwebende Galerie auf halber Höhe eingezogen. Als Kontrast zu der historischen Fassade ist diese als hoch weiße, glatte, abgerundete Form konzipiert, welche die bestehende Betondecke und -wand für sich einnimmt und mit diesen eine Einheit bildet. Der Effekt wird durch die Rundung der Brüstung und die ausfallenden Enden der Galerie noch verstärkt.

Unter der Galerie, entlang einer frei geformten Kurve, reihen sich Loungebereich und Nebenräume auf.

Der Innenausbau der Mietfläche und die Möbelentwürfe entstanden in Zusammenarbeit mit dem Mannheimer Innenarchitekten Peter Stasek. Die gewählte Formen- und Materialsprache nimmt den Entwurf von tafkal* auf. Gestalterisch wurde zudem auf Wunsch des Mieters – der Webagentur ajando next level crm GmbH – durch aufwändige Wandinstallationen eingegangen, die thematisch die Geschäftsfelder der Agentur abstrahieren.

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