Architektur braucht kein Mensch. Aber Mensch braucht Architektur.

Architektur entsteht aus dem Zusammenspiel von vernetzten, komplexen Spezialgebieten. Eine Person kann nie alle Facetten eines Projektes abbilden. Darum sind wir ein interdisziplinäres Team, das sowohl in der Gestaltung wie auch im Management zu Hause ist.

Hans-Thoma-Schule Oberursel v.T.

2014 – Die bestehende Schule bietet seit Langem nicht mehr die optimalen Bedingungen für die Förderung der körperlich und motorisch eingeschränkten Schüler. Auf einem frei werdendes Grundstück mit Blick auf den Taunus soll ein Neubau entstehen für den ein beschränkter Wettbewerb ausgelobt wurde.

Am Übergang von Stadt und Landschaft wird mit dem Neubau der Hans-Thoma-Schule am Ortseingang von Oberursel eine neue Landmarke gesetzt.

Die Schule orientiert sich über seinen Vorhof zu Oberursel hin und wird so nicht als ein introvertierter Ort von der Nachbarschaft gesehen sondern bildet die Grundlage für eine tiefergehende Kommunikation. Die Dachlandschaft vermittelt das Volumen mit dem in Sichtweite liegendem Taunus. Die hierzu im Kontrast stehende rote Fassade schafft die Eigenständigkeit des Gebäudes.
Innerhalb des übergeordneten Leitbilds der „Wellen in der Landschaft“ werden differenzierte Räume formuliert. Vom öffentlichen Vorplatz werden die Hans-Thoma-Schule und die Sporthalle erschlossen. Die Anordnung der Bereiche schafft Orte zum Spielen, Verweilen und Möglichkeiten für Aktionen. Die klare und sehr einfache Struktur bietet den Nutzern eine selbstverständliche Orientierung und eine Identifizierung mit der Schule.

Die Baukörper sind so angeordnet, dass sie einerseits kleinere Räume in Form von Lichthöfen entstehen lassen. Diese werden thematisch bespielt und können von den Schülern eigenständig genutz werden. Die jungen Klassen haben direkten Zugang aus den Klassenräumen zu „ihrem“ Lichthof um auch in den kleinen Pausen eine ausreichende Bewegungsfläche zu schaffen. Eine durchgehende Fassade nach Norden schirmt diese Bereiche, und damit auch die Klassenräume, vom Schall der nahen Autobahn ab.

Im Süden ergibt die Lage der Mensa zusammen mit den Grundstücksgrenzen ein spannendes Zusammenspiel für den Schulhof. Baum- und Strauchpflanzungen sowie Geländesprünge zonieren hier zwischen dem aktiven Spiel- und Sporthof. Zur Trennung der älteren und jüngeren Schüler, bietet sich an den zweiten Schulhof im Westen zu nutzen. Im Schnittpunkt von Mensaküche und Schulhof befindet sich der Schulgarten mit Versuchsbeeten und Obstbäumen.

Mit dem Konzept des gegliederten Gesamtensembles wird eine ausgewogene Balance zwischen gemeinsamen zentralen Flächen für alle Nutzer und den ruhigen Rückzugsorten für Schülerinnen und Schüler in ihren Clustern bzw. Klassen geschaffen. Die Schaffung einer eindeutigen Abfolge vom öffentlichen Bereich mit Mensa und Verwaltung, zu introvertierteren Zentren in den Schulclustern mit Atrien ist Wesenszug des Entwurfs.

Lehrerbereich und Verwaltung sind auf der Stadt zuwandten Seite untergebracht. Im Erdgeschoss liegt der öffentliche Teil mit Sekretariat und Schulleitung, im Obergeschoss der Lehrerbereich mit Beratungs- und Förderzentrum.
Die Schulcluster werden über den durch die Dachlandschaft zonierte Mittelgang erschlossen und sind in zwei Zonen gegliedert. Die Klassen- und Differenzierungsräume liegen jahrgangsweise zusammengefasst an den nördlichen Lichthöfen und sind dort hinsichtlich Tageslichtbezug, Raumzuschnitt, Belüftung, Akustik etc. optimal untergebracht. Im südlichen Bereich befinden sich alle Fachräume.

Material Im Kontrast zu der umgebenden landschaftlichen Zone ist der Schulhäuser als massiver Körper ablesbar. Mit grosszügigen Verglasungen wird die Verbindung von Innenraum und Außenraum hergestellt aber durch tiefe Brüstungen doch klar abgetrennt. Die Unterschiedlichen Formate der Fenster bricht die Maßstäblichkeit des Volumens auf und schafft einer der Nutzung entsprechende spielerische Fassade.  

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