Architektur braucht kein Mensch. Aber Mensch braucht Architektur.

Das Leben eines Gebäudes beginnt, wenn unsere Arbeit getan ist. Die Entstehung ist die Vorgeschichte der Nutzung. Nach dieser Philosophie baut TAFKAL

IKEA Karlsruhe – Fassadenwettbewerb

Fassadenwettberwerb IKEA Karlsruhe | Architekturbüro: TAFKAL - Büro für Architektur

Fassadenwettberwerb IKEA Karlsruhe | Architekturbüro: TAFKAL – Büro für Architektur

Es tut sich etwas im östlichen Stadteingang – der IKEA Karlsruhe zieht an die Durlacher Allee und wird eine neue Landmarke zwischen Duralch, Autobahn und der Oststadt. Hierfür hat IKEA im Rahmen einer Mehrfachbeauftragung sechs Architekturbüros eingeladen Vorschläge einzureichen. TAFKAL ist eines davon. Der Entwurf thematisiert die besondere Situation in unmittelbarer Umgebung des Gebäudes, welches zwischen dichten, großgewachsenen Baumreihen entstehen wird. Die Bewegungen der Bäume und die das Licht reflektierende Fassade sorgen für ein schillerndes Lichterspiel, ein ständig changierendes Funkeln und Leuchten.

Fassadenwettberwerb IKEA Karlsruhe | Architekturbüro: TAFKAL - Büro für Architektur

Fassadenwettberwerb IKEA Karlsruhe | Architekturbüro: TAFKAL – Büro für Architektur

Der neue IKEA Karlsruhe

Der neue IKEA Karlsruhe wird mit rund 14.000 dreieckigen Blechpaneelen verkleidet. Die Eckpunkte treten unterschiedlich weit hervor, wodurch die Stirnfläche aus der vertikalen heraus gekippt steht. Die große Fassadenfläche hierdurch gebrochen und facettiert wird. Einfallendes Licht bricht sich unregelmäßig an der Oberfläche. Die im IKEA-typischen blau lackierte Fassade schimmert hell und reflektiert das Licht, welches durch die Baumkronen hindurch dringt.

Fassadenwettberwerb IKEA Karlsruhe | Architekturbüro: TAFKAL - Büro für Architektur

Fassadenwettberwerb IKEA Karlsruhe | Architekturbüro: TAFKAL – Büro für Architektur

Eine Fassade mit Spiel

Das Dreieck wird als gestalterisches Element auf die gesamte Fassade angewendet. Es kommen sechs verschiedene Typen zum Einsatz: das geschlossenem Standardpaneel in blau und gelb, die perforierte beziehungsweise offene Variante, das Begrünungselement und das Fenster. Die Basis bildet das blaue Element. Es wird, in technisch und konzeptionell notwendigen Bereichen, durch die anderen Elemente ersetzt. So entsteht eine der Marke IKEA klar zugehörige Architektur, die dem Standort am Stadteingang gerecht wird, wiedererkennbar und dennoch eigenständig ist.

Die Südfassade wird vollflächig mit den Paneelen verkleidet, um die Attika über den Baumkronen zu betonen. An der Nordfassade finden die Paneele nur bis zu einer Höhe von 18 Metern Verwendung, um auch hier einen maßvollen Höhenbezug zu den Bäumen zu erhalten und das Gebäude an der Gerwigstraße weniger Massiv erscheinen zu lassen.

Fassadenwettberwerb IKEA Karlsruhe | Architekturbüro: TAFKAL - Büro für Architektur

Fassadenwettberwerb IKEA Karlsruhe | Architekturbüro: TAFKAL – Büro für Architektur

Hauptaugenmerk für die Fernwirkung ist die Süd-Östliche Gebäudeecke mit dem Fußgängereingang. Die beiden IKEA-Schriftzüge auf der Fassadenerhöhung schweben scheinbar vor der Fassade. Das Thema der Überhöhung wird an der Nord-Ost Ecke wieder aufgegriffen, indem die hier ansonsten niedriger gehaltene Blechfassade auf voller Höhe verkleidet wird.

Die nächtliche Beleuchtung  erfolgt duch das Anstrahlen der Fassaden von auf der Grundstücksgrenze stehende Mastleuchten. Die Ausleuchtung erfolgt unregelmäßig, um das Spiel aus helleren und weniger hellen Flächen auch Nachts darzustellen.

Organisation für den Aussenraum

Um das Raumprogramm aufnehmen zu können, wird das Grundstück beinahe vollständig überbaut. Dies ist vor allem im Bereich des Haupteingangs spürbar. Das beschriebene Mobilitätskonzept von IKEA Karlsruhe, insbesondere die vergleichsweise hohe Anzahl von Kunden, die voraussichtlich mit dem Fahrrad und ÖPNV kommen werden, lassen eine sinnvolle Organisation auf dem Grundstück nur schwer zu und lassen daher auch Probleme auf dem städtischen Grundstück, insbesondere im Bereich zwischen den Bäumen an der Durlacher Allee erwarten.

Eine pragmatische Lösung ist das anbieten von Inseln, die jeweils eine Funktion bündeln und die städtischen Bereiche und IKEA Karlsruhe funktional verzahnen. Ergebnis ist hierbei, dass Kunden das Angebot durch den Fokus auf kurze Wege annehmen werden. Es wird so verhindert, dass die Mehrheit eigene individuelle Lösungen sucht. So werden ausreichend Inseln mit Fahrradbügeln angeboten – im direkten Umfeld zum Eingang und mit ausreichender Tiefe für Transporträder. Die Erschließung erfolgt direkt vom öffentlichen Radweg. Weitere Inseln sind für das geordnete Abstellen und Sammeln der IKEA-Lastenwägen vorbehalten. Je nach Umsetzung des Mobilitätskonzeptes können die Inseln zusätzliche Funktionen aufnehmen und durch weitere Inseln ergänzt werden. In vom Eingangsbereich weiter entfernten Bereichen wird das gestalterische Prinzip der Inseln in Form von Beeten fortgeführt.

Der Vorplatz des IKEA Karlsruhe wird gegenüber der Vorplanung deutliche erweitert, um die sich kreuzenden Verkehrswege und durch die Ampelanlage stoßweise aufkommende hohe Kundenzahl aufnehmen zu können. Ein Belagswechsel zwischen den IKEA Karlsruhe zugehörigen Bereichen und der städtischen Verkehrsflächen leistet hierbei Orientierungshilfe.


Projektdaten:

Bauherr: IKEA Deutschland
Mehrfachbeauftragung: 2016
Projektbeteiligte: Jon Steinfeld, Robert Klein, Sara Karim
Visualisierungen: Matthias Leschok